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Welche Fallen lauern bei der Kreditaufnahme?

Welche Fallen lauern bei der Kreditaufnahme?

Wer einen wirklich günstigen und fairen Kredit sucht, sollte auf die folgenden Fallstricke achten:

1. Beworbener Kreditzins ist besonders günstig

Bei den Kreditinstituten gibt es in der Regel zwei Werbepraktiken. Der eine Teil gibt auf Werbeplakaten oder Aushängen Zinsen an, die in etwa tatsächlich den Kosten entsprechen, die auf den Kunden zu kommen. Zwar muss der Zinssatz auch hier an die Bonität des Kunden individuell angeglichen werden, die Werbebotschaft basiert aber auf einem realistischen Zinssatz, den Kunden tatsächlich erhalten können, und der dem Marktniveau entspricht.

Andere Banken werben hingegen mit besonders niedrigem Zinssatz. Das Angebot gilt aber nur für potenzielle Kunden, die eine hervorragende Bonität besitzen. Durchschnittliche Verbraucher müssen viel tiefer in die Tasche greifen, wenn sie einen solchen Kredit annehmen wollen. Eine zweite gängige Praxis ist, den Kredit an den Abschluss einer überteuerten Restschutzversicherung zu koppeln. Auf diese Weise steigen die Kreditkosten indirekt, aber mehr als deutlich, an.

Wer also ein Zinsangebot entdeckt, dass günstiger nicht sein könnte, sollte Vorsicht walten lassen. Die Zinstabellen sind nicht aussagekräftig. Vermutlich kann der Verbraucher dieses Angebot nicht nutzen. Es kann trotzdem nicht schaden, mehr Informationen einzuholen, der Kreditnehmer sollte sich jedoch auf die günstigen Konditionen nicht verlassen und andere Kreditinstitute deswegen nicht von vornherein ausschließen. Erst eine Anfrage ermöglicht es, die tatsächlichenKreditkosten zu erfahren.

2. Variabler Zins

Kreditangebote mit variablen Zinsen wirken auf den Kreditnehmer meist besonders attraktiv. Da die Kreditinstitute sich dabei an dem Kreditmarkt orientieren, gehen sie kein Risiko ein, bei gestiegenen Zinsen die Differenz aus eigener Tasche zahlen zu müssen. Deswegen liegen die Zinsen bei Kreditangeboten mit variablem Zins unter den Darlehen mit Zinsbindung. Für die Kreditnehmer kann sich der günstige Kredit ohne Zinsbindungskosten langfristig jedoch als wesentlich teurer herausstellen. Steigen die Zinsen, wird auch das Darlehen wesentlich teurer. Gerade in Niedrigzinsphasen sollten solche Darlehen deswegen nicht abgeschlossen werden. Vor allem bei einer langen Vertragslaufzeit sollten Verbraucher Kredite mit einer Zinsbindung wählen, die möglichst den gesamten Tilgungszeitraum abdeckt. Sonst kann die monatliche Belastung so groß werden, dass das Darlehen nicht beglichen werden kann.

3. Zinsen richtig vergleichen

Bei einem Kreditvergleich müssen sich Verbraucher immer am Effektivzins orientieren. Er bezieht sich immer auf ein ganzes Jahr und ist der einzige Wert, der sich für einen Vergleich eignet. Er beinhaltet nicht nur den Nominalzins, sondern auch alle weiteren Gebühren und Nebenkosten, die bei einem Kredit anfallen können.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Kreditgeber den Zinssatz monatlich angibt. Solche Angebote wirken auf den ersten Blick besonders günstig, allerdings ist der effektive Jahreszins hier meistens unverhältnismäßig hoch.

4. Kundenberatern zu sehr vertrauen

Viele Menschen halten ihren Kundenberater für absolut vertrauenswürdig. Wirklich unabhängig sind jedoch die wenigsten Mitarbeiter von Kreditinstituten. Sie erhalten bei Kredit- und Versicherungsabschlüssen häufig Prämien oder müssen einen bestimmten Umsatz erreichen und handeln deswegen bei der Beratung auch aus eigenem Interesse. Kunden sollten sich zu Beginn eines Beratungsgespräches bei dem Berater darüber informieren, ob dies bei ihm der Fall ist. Dann nämlich gilt es, seine Vorschläge kritisch zu hinterfragen.

Ohnehin gibt auch ein Kundenberater, der es gut mit seinen Kunden meint, nicht immer die besten Tipps. Verbraucher müssen sich vor einem Kreditabschluss ausführlich über die eigene finanzielle Lage und den gängigen Kreditkonditionen informieren, um wirklich sicher sein zu können, dass es sich um ein gutes Angebot handelt. Auf diese Weise können sie mit dem Kundenberater auf Augenhöhe darüber sprechen, welche Angebote sinnvoll und günstig sind. Jede vom Berater angebotene Zusatzleistung sollte zudem in einer ruhigen Minute überprüft werden. Gerade Restschuldversicherungen lohnen sich häufig nicht.

Da Online-Kredite inzwischen für viele Menschen infrage kommen, ist dieses Vorgehen besonders praktisch. Zukünftige Kreditnehmer können so günstigere Angebote entdecken, die sie annehmen können, oder die sie nutzen können, um ihre Verhandlungsposition zu stärken. Jeder Verbraucher sollte deswegen niemals nur der Hausbank vertrauen, sondern sich in die Materie etwas gründlicher einarbeiten. Gerade bei hohen Kreditsummen oder langen Laufzeiten
lassen sich die Kreditkosten so erheblich senken.

5. Finanzielle Grenzen kennen

Bevor Verbraucher einen Kredit aufnehmen, sollten sie ihren finanziellen Spielraum kennen. Nur wer weiß, welchen Kredit er maximal zurückzahlen kann und wie hoch die monatliche Belastung sein darf, kann sein Darlehen tatsächlich tilgen und die Schuldenfalle vermeiden.

Dabei sollten Kreditnehmer ruhig etwas Zurückhaltung üben. Die finanzielle Lage kann sich jederzeit verschlechtern und dazu führen, dass der Kredit nicht abbezahlt werden kann, wenn die monatliche Belastung zu hoch ist. Wer ein ungutes Gefühl hat, weil durch einen Kredit am Monatsende zu wenig Geld übrig bleibt, sollte die Höhe der Tilgungsraten senken. Die längere Laufzeit verursacht zwar mehr Kosten, dafür ist ein Abbezahlen des Kredites jedoch wesentlich leichter möglich.

Eine weitere Möglichkeit ist jedoch, mit dem Berater vor Vertragsabschluss auszuhandeln, ob im Notfall die Änderung der Tilgungsraten
möglich ist. Viele Banken bieten dies in finanziellen Notlagen im Kundengespräch zwar ohnehin an, da auch sie an der Rückzahlung des Kredites interessiert sind,
wenn sich der Kreditnehmer sicher sein kann, dass dies möglich ist, kann er die Höhe der Monatsraten beruhigt etwas höher wählen.

Ebenfalls möglich ist es, die monatliche Belastung klein zu halten und den Kredit durch Sondertilgungen schneller abzubezahlen. Hierfür
sollten Kreditnehmer besonders auf die Konditionen bei der vorzeitigen Rückzahlung achten. Häufig bezahlen sie eine größere Flexibilität jedoch mit höheren Zinssätzen, da die Bank die Maximierung ihres Gewinnes anstrebt.

Zu günstige Monatsraten sollten Kreditnehmer jedoch niemals wählen. Zwar ist es reizvoll, viel Geld für andere Ausgaben zur Verfügung zu haben, allerdings sollte ein Kredit so schnell wie möglich abbezahlt werden. Auf diese Weise lassen sich die Kreditkosten erheblich reduzieren und die Einschätzung der Bonität bei einer erneuten Kreditanfrage steigt, was einen Folgekredit deutlich günstiger macht.

6. Seriösen Anbieter finden

Im Internet, aber auch in Tageszeitung lassen sich viele Angebote von unseriösen Anbietern finden. Sie werben häufig mit zu günstigen Zinsen, fordern keine Sicherheiten oder bieten schufafreie Kredite an. Einen Kredit erhalten Interessenten jedoch häufig nicht. In der Regel wird für den Kreditantrag ein Vorschuss oder eine sehr hohe Bearbeitungsgebühr fällig. Der Antrag wird anschließend doch abgelehnt und das investierte Geld ist verloren.

Deswegen sollte Verbraucher niemals für einen Kredit in Vorkasse treten. Kein seriöser Anbieter verlangt vor Kreditabschluss Geld von seinen Kunden.

Das Gleiche gilt übrigens für Kreditangebote, die der Verbraucher nicht wahrnimmt. Gebühren für abgelehnte Angebote sind nicht zulässig. Falls ein Kreditinstitut dennoch Bearbeitungsgebühren in Rechnung stellt, sollte diese Forderung zurückgewiesen werden.

7. Prämien nicht überschätzen

Viele Kreditinstitute werben mit Prämien bei Vertragsabschluss. Verbraucher sollten solche Angebote nicht überbewerten. Barprämien oder Einkaufsgutscheine können zwar eine schöne Beigabe sein, die Entscheidung für oder gegen ein Kreditangebot sollte jedoch ausschließlich darauf basieren, ob die Kreditkonditionen günstig sind und den Anforderungen des Kreditnehmers entsprechen.