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Sind Bearbeitungsgebühren bei Krediten zulässig?

Sind Bearbeitungsgebühren bei Krediten zulässig?

Bearbeitungsgebühren für Kredite sind unzulässig. Das hat der Bundesgerichtshof 2013 entschieden. Da sich die Banken durch die Überprüfung des Kreditantrages selbst vor dem Zahlungsausfall schützen, dürfen Kreditinstitute die Bearbeitung nicht länger als Dienstleistung für den Kunden deklarieren und ihm somit nicht in Rechnung stellen.

Wer zwischen 2005 und 2013 einen Kredit abgeschlossen hat, kann seine Gebühren zurückfordern. Zu diesem Zweck gibt es im Internet Mustertexte, mit denen Kunden ihr Kreditinstitut zur Rückzahlung auffordern können. Reagiert der Kreditgeber nicht auf die Forderung oder verweigert die Erstattung, können die geprellten Kunden einen Rechtsanwalt beauftragen und den Weg vors Gericht forcieren. Zudem gibt es derzeit verschiedene Initiativen, die ihre Chancen durch Sammelklagen verbessern wollen. Sie sind für den Kläger kostenlos, im Erfolgsfall erhält er ungefähr zwei Drittel der Bearbeitungsgebühren zurück. Allerdings können die Gerichtsverfahren Jahre in Anspruch nehmen.

Da deutsche Kreditinstitute bis zu 13 Milliarden Bearbeitungsgebühren zu Unrecht erhoben haben, kann sich die Klage jedoch durchaus lohnen. Die Chancen auf Erfolg werden lediglich durch Verjährungsfristen geschmälert. Einen Versuch sollte jedoch jeder Kreditnehmer wagen, der Bearbeitungsgebühren gezahlt hat.

Weitere unzulässige Gebühren bei Krediten:

  • Die Berechnung der Zinsen bei einer Vorfälligkeitsentschädigung ist nicht rechtens.
  • Für die Löschung eines Grundpfandrechtes dürfen Sparkassen keine Gebühr erheben.
  • Kündigen des Kredits vonseiten der Bank müssen ebenfalls gebührenfrei abgewickelt werden.
  • Erinnerungsschreiben müssen kostenfrei sein.
  • Kontoführungsgebühren für das Darlehenskonto oder bei einem Bausparvertrag sind unzulässig.
  • Den Eingang von Kreditraten für Baudarlehen müssen Banken intern verbuchen und ihre Kunden kostenfrei darüber informieren.


Gültige Gebühren sind hingegen alle, bei denen die Bank eine tatsächliche Sachleistung erbringt, die primär im Interesse des Kunden sind.